Buchhaltungssoftware Schweiz im Vergleich: 10 Anbieter für KMU im Überblick

Der Schweizer Markt für Buchhaltungssoftware ist unübersichtlich geworden: Cloud gegen Desktop, Gratisversionen gegen ERP-Pakete, Lohn inklusive gegen Lohn pro Mitarbeitendem. Dieser Beitrag stellt zehn Anbieter mit ihren veröffentlichten Preisen und Funktionen nebeneinander – nachvollziehbar belegt, mit Quellenangabe und mit klar markierten Lücken dort, wo öffentlich nichts zu finden war.

Offenlegung in eigener Sache. Accounty ist unser eigenes Produkt. Wir haben es in diesem Vergleich mitgeführt, weil es sonst unvollständig wäre – aber nach denselben Regeln wie alle anderen, inklusive der Punkte, die Accounty nicht kann. Wir verdienen an keinem der anderen Anbieter etwas; dieser Beitrag enthält keine Affiliate-Links.

Wie dieser Vergleich entstanden ist

Softwarevergleiche im Netz sind häufig Ranglisten, bei denen die Reihenfolge davon abhängt, wer Provision zahlt. Wir haben deshalb vorab festgelegt, was in diesen Beitrag darf und was nicht:

Preise und Funktionsumfänge ändern sich. Prüfen Sie vor einem Entscheid die aktuelle Preisseite des Anbieters – die Links dazu finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Wichtige Marktveränderung. Sage Schweiz gibt es als eigenständiges Angebot nicht mehr. Die Adresse sage.com/de-ch leitet auf infoniqa.com weiter: Sage Start heisst heute Infoniqa ONE Start, Sage 50 heisst Infoniqa ONE 50. Wer noch nach «Sage Buchhaltung Schweiz» sucht, sucht faktisch nach Infoniqa.

Alle Anbieter auf einen Blick

Die Tabelle zeigt jeweils das günstigste kostenpflichtige Abo, das eine vollwertige Buchhaltung enthält. Angaben in CHF pro Monat bei jährlicher Zahlung, sofern der Anbieter beide Varianten ausweist.

AnbieterModellEinstieg kostenpflichtigLohnbuchhaltungServerstandortTestphase
Abacus (AbaWeb)Cloud, über Treuhänderab 22.– Fibuab 10.–/Mt zusätzlichSchweiz30 Tage
AbaNinja / Swiss21Cloud21.– (Basic), Starter gratisenthalten, Abrechnungen kontingentiertSchweizGratis-Tarif
AccountyCloud24.15 (Jahresabo)enthalten, ohne MA-LimitDeutschland (EU)14 Tage
Banana BuchhaltungDesktop (+ WebApp)89.–/Jahr (Professional)nicht vorhandenlokal beim AnwenderGratisversion
bexioCloud35.– (Basic)ab Advanced, +7.– bis +25.–Schweiz30 Tage
CashCtrlCloudPRO: nicht öffentlich auslesbarab PRO enthaltenSchweiz30 Tage
Infoniqa ONE StartCloud (ONE 50: Desktop)42.– (Ready)enthalten, bis 5 MASchweiz30 Tage
KLARACloud55.– (Business Basic, Jahresabo)+4.90/MA, mit Paket 3.90Schweiz30 Tage
MILKEECloud24.90 (Basic)Business +9.–/MA, Team 5 MA inkl.Schweiz und EU14 Tage
Run my AccountsCloud + ausgelagerte Buchhaltung25.– (KMU), Startup gratisseparates LohnpaketBernGratis-Tarif

MWST: bexio, AbaNinja, KLARA, MILKEE und Run my Accounts weisen exklusive MWST aus, CashCtrl inklusive, Accounty inklusive. Bei Abacus und Infoniqa ist der MWST-Status auf den Preisseiten nicht ausgewiesen. «MA» steht für Mitarbeitende.

Was die Grundabos kosten

Der folgende Vergleich normiert alle Angaben auf Franken pro Monat bei jährlicher Zahlung. Bei Banana ist das eine Rechengrösse: die Lizenz kostet CHF 89 im Jahr, das entspricht rund CHF 7.40 pro Monat, ist aber ein Desktop-Produkt ohne Cloud und ohne Lohn und deshalb nur bedingt vergleichbar.

Grundabo pro Monat bei jährlicher Zahlung (CHF) 10 20 30 40 50 60 Banana Professional* 7.40 AbaNinja Basic 21.00 Abacus AbaWeb (ab) 22.00 Accounty 24.15 MILKEE Basic 24.90 Run my Accounts KMU 25.00 bexio Basic 35.00 Infoniqa ONE Start Ready 42.00 KLARA Business Basic 55.00 CashCtrl PRO Preis nicht öffentlich auslesbar
Quelle: Preisseiten der Anbieter, abgerufen am 5. August 2026. * Banana Professional ist eine Desktop-Lizenz zu CHF 89 im Jahr, hier auf den Monat umgerechnet; sie enthält keine Lohnbuchhaltung und keine Cloud-Datenhaltung. Accounty CHF 290/Jahr inklusive MWST; bexio, AbaNinja, MILKEE, KLARA und Run my Accounts exklusive MWST; bei Abacus und Infoniqa ist der MWST-Status nicht ausgewiesen. Wo ein Anbieter keinen Jahresrabatt ausweist (AbaNinja, Abacus, CashCtrl, Run my Accounts), gilt der Monatspreis. Dauerhaft kostenlose Tarife (AbaNinja Starter, CashCtrl FREE, Run my Accounts Startup, Banana bis 70 Buchungszeilen) sind nicht dargestellt.

Der Grundpreis sagt wenig aus, solange nicht feststeht, wie viele Benutzer, wie viele Mandanten und wie viel Lohn darin enthalten sind. Genau dort gehen die Angebote am weitesten auseinander.

Der teuerste Posten: die Lohnbuchhaltung

Sobald Angestellte dazukommen, verschiebt sich die Rangfolge deutlich. Mehrere Anbieter verrechnen den Lohn pro Mitarbeitendem und Monat, andere binden ihn an ein höheres Abo, ein Anbieter hat gar keine Lohnbuchhaltung. Das folgende Beispiel rechnet einen Betrieb mit fünf Mitarbeitenden und monatlicher Lohnabrechnung durch.

Buchhaltung inklusive Lohn für 5 Mitarbeitende, CHF pro Monat 20 40 60 80 Accounty 24.15 Abacus AbaWeb (ab) ab 32.00 Infoniqa ONE Start Ready 42.00 AbaNinja Pro** rund 60.40 bexio Advanced 67.00 MILKEE Team 69.90 KLARA Business Basic 74.50
Rechenbeispiel auf Basis der veröffentlichten Listenpreise, abgerufen am 5. August 2026: Grundabo plus Lohnzuschlag für fünf Mitarbeitende. bexio Advanced 42.– plus 25.– für fünf Mitarbeitende; KLARA Business Basic 55.– plus 5 × 3.90; bei MILKEE ist der Team-Tarif zu 69.90 mit fünf inbegriffenen Mitarbeitenden günstiger als Business 34.90 plus 5 × 9.– (= 79.90), deshalb steht hier der Team-Tarif; Infoniqa ONE Start Ready enthält Lohn bis fünf Mitarbeitende; Abacus AbaWeb als Summe der beiden «ab»-Preise, der tatsächliche Preis kann höher liegen; Accounty ohne Mitarbeiterlimit. ** Bei AbaNinja Pro sind 21 Abrechnungen enthalten, weitere kosten CHF 3.50 – bei 60 Abrechnungen im Jahr ergibt das rund 11.40 pro Monat zusätzlich; diese Umlage ist unsere Rechnung, nicht die Preisangabe des Anbieters. Banana bietet keine Lohnbuchhaltung, CashCtrl weist den PRO-Preis nicht öffentlich aus, Run my Accounts rechnet den Lohn als Dienstleistung ab – alle drei fehlen deshalb in dieser Grafik. MWST wie in der Grafik oben: Accounty inklusive, bexio, KLARA, MILKEE und AbaNinja exklusive, Abacus und Infoniqa nicht ausgewiesen.

Zwei Dinge fallen beim Durchrechnen auf. Erstens: Ein Betrieb mit fünf Angestellten zahlt bei mehreren Anbietern zwei- bis dreimal so viel wie der Grundpreis vermuten lässt. Zweitens: Die reine Preisdifferenz sagt noch nichts über die Qualität der Lohnfunktion. Wer eine Swissdec-zertifizierte Jahresmeldung braucht, sollte genau dort hinschauen – das ist ein Ausschlusskriterium, kein Komfortmerkmal (mehr dazu in der Kriterienliste).

Die Anbieter im Einzelnen

Alphabetisch geordnet. Die Plus- und Minuspunkte beziehen sich auf ein typisches KMU mit bis zu zehn Mitarbeitenden – für einen Konzern oder eine Einzelfirma ohne Angestellte fällt die Bewertung anders aus.

Abacus – AbaWeb

Abacus Research AG, Wittenbach SG · gegründet 1985 · über 65 000 Kunden · Cloud und On-Premise

Der Schweizer Platzhirsch im ERP-Segment. AbaWeb ist das Cloud-Angebot, das typischerweise über einen Treuhänder bezogen wird: Der Treuhänder betreibt die Installation, das Unternehmen erfasst darin selbst. Die Finanzbuchhaltung beginnt bei rund CHF 22 pro Monat, die Lohnbuchhaltung bei rund CHF 10; die Preise für die grösseren ERP-Module sind nicht öffentlich, sondern laufen über den Partner.

Technisch ist Abacus das ausgereifteste Angebot im Feld. Das Electronic Banking unterstützt EBICS in den Versionen 2.5 und 3.0 sowie camt.052, camt.053, camt.054 und pain.001/002. Der für viele entscheidende Punkt: Abacus übermittelt die MWST-Abrechnung elektronisch direkt an die ESTV – nicht als Datei zum Hochladen, sondern als integrierte Meldung.

Spricht dafür

  • Grösster Funktionsumfang im Vergleich, wachstumsfähig bis zum Konzern
  • EBICS und direkte ESTV-Übermittlung
  • Sehr hohe Verbreitung bei Schweizer Treuhändern
  • Rechenzentren in der Schweiz

Spricht dagegen

  • Preise nur teilweise öffentlich, ERP-Module ausschliesslich über Partner
  • Einführung und Betreuung meist kostenpflichtig über einen Partner
  • Bedienung setzt Buchhaltungswissen voraus
  • Für einen Betrieb mit fünf Belegen pro Woche deutlich überdimensioniert

AbaNinja – über Swiss21

Swiss21.org AG, St. Gallen / DeepCloud AG, Wittenbach · Cloud · Gratis-Tarif verfügbar

AbaNinja stammt aus dem Abacus-Umfeld und wird über die Plattform Swiss21 vertrieben, die sich als kostenloses Softwarepaket für Schweizer Kleinunternehmen positioniert. Die Tarife: Starter gratis, Basic CHF 21, Pro CHF 49 pro Monat exklusive MWST, mit einem, drei beziehungsweise fünf Benutzern; zusätzliche Benutzer kosten CHF 5. Die Lohnbuchhaltung ist enthalten, allerdings kontingentiert: eine, sieben beziehungsweise 21 Abrechnungen, jede weitere CHF 3.50. Unterstützt werden ELM 5.0 und über 80 Banken; gehostet wird in der Schweiz.

Spricht dafür

  • Ernst zu nehmender Gratis-Einstieg für Kleinstbetriebe
  • Lohn grundsätzlich enthalten, ELM 5.0
  • Schweizer Hosting, breite Bankunterstützung
  • Übergang in die Abacus-Welt möglich

Spricht dagegen

  • Kontingent an Lohnabrechnungen wird bei mehreren Angestellten schnell teuer
  • Benutzeranzahl im Basic-Tarif knapp
  • Plattformlogik von Swiss21 macht die Zuordnung der Leistungen anfangs unübersichtlich

Accounty — unser eigenes Produkt

SEBONA Treuhand Böhner, Kloten ZH · Cloud · alle Module in einem Preis

Accounty ist aus der Praxis eines Schweizer Treuhandbüros entstanden. Das Preismodell ist bewusst einfach: CHF 29 pro Monat oder CHF 290 pro Jahr, inklusive MWST, mit allen Modulen, unbegrenzt vielen Benutzern und einer Lohnbuchhaltung ohne Mitarbeiterlimit. Enthalten sind 80 KI-Beleganalysen pro Monat; weitere 100 kosten CHF 9.90. Getestet wird 14 Tage ohne Kreditkarte, gekündigt werden kann monatlich. Für Treuhänder gibt es eine eigene Staffel ab CHF 9 pro Mandat und Monat.

Belegt vorhanden sind QR-Rechnung mit QRR- und SCOR-Referenz, Import von camt.053 und camt.054, Zahlungsaufträge als pain.001.001.09, der MWST-Export nach eCH-0217, der Lohnausweis nach Formular 11 sowie Importfilter für bexio, Banana und Infoniqa.

Drei Funktionen, die sonst eher in höheren Preisklassen liegen, sind im gleichen Abo enthalten. Erstens eine Kostenstellenrechnung: Kostenstellen lassen sich auf Buchungszeilen sowie auf Debitoren- und Kreditorenrechnungen zuordnen und als Erfolgsrechnung in der Matrix Konto × Kostenstelle mit Vorjahresvergleich auswerten. Zweitens eine Fremdwährungsführung mit den offiziellen Kursen der Eidgenössischen Zollverwaltung, automatisch gebuchter realisierter Kursdifferenz bei der Zahlung und einer Stichtagsbewertung, die sich per Knopfdruck verbuchen lässt. Drittens ein geführter Jahresabschluss: 26 Schritte in neun Phasen, je Schritt eine automatische Plausibilitätsprüfung gegen die echten Kontensalden, Notizen und Belege am Schritt, Rechner für Warendrittel, Lagerbewertung und Abschreibungen, danach Sperre und Eröffnung des Folgejahres. Dass diese drei Dinge überhaupt so gebaut sind, hat einen einfachen Grund: Accounty wird von einem Treuhandteam entwickelt, das täglich selbst damit abschliesst.

Was Accounty ausdrücklich nicht kann, und was in einem fairen Vergleich hierher gehört: keine EBICS-Anbindung, keine direkte elektronische Einreichung bei der ESTV (der eCH-0217-Export wird von Hand in SuisseTax hochgeladen), keine Swissdec-Zertifizierung der Lohnmeldung, kein camt.052-Import – und die Server stehen nicht in der Schweiz, sondern in Deutschland und damit im DSGVO-Raum.

Spricht dafür

  • Ein Preis für alle Module, keine Zuschläge pro Mitarbeitendem
  • Unbegrenzte Benutzer, Lohnbuchhaltung ohne Mitarbeiterlimit
  • Kostenstellenrechnung und Fremdwährung mit automatischer Kursdifferenz enthalten
  • Geführter Jahresabschluss mit Plausibilitätsprüfungen gegen die echten Salden
  • Treuhänderportal mit Mandanten-, Team- und Aufgabenverwaltung
  • Von einem Treuhandteam aus der täglichen Praxis entwickelt

Spricht dagegen

  • Serverstandort Deutschland, nicht Schweiz
  • (Noch) keine Swissdec-Zertifizierung der Lohnmeldung
  • Kein EBICS, keine direkte ESTV-Übermittlung
  • Kein camt.052-Import

Banana Buchhaltung

Banana.ch SA, Viganello TI · gegründet 1989 · über 400 000 verkaufte Lizenzen · Desktop

Banana ist der Sonderfall im Feld: eine Desktop-Software, die sich wie eine Tabellenkalkulation bedienen lässt, ergänzt um eine WebApp ohne Cloud-Datenhaltung. Bezahlt wird pro Jahr, nicht pro Monat: Free bis 70 Buchungszeilen, Professional CHF 89 im Jahr, Advanced CHF 179 im Jahr. Die Zahl der Buchhaltungen pro Abo ist nicht begrenzt – ein Argument für alle, die mehrere Rechtsträger oder einen Verein nebenher führen.

Enthalten sind camt-Import (052, 053, 054), QR-Rechnung und die MWST-Abrechnung mit XML-Export. Nicht enthalten ist eine Lohnbuchhaltung; der Hersteller sagt das auf seiner Website unmissverständlich.

Spricht dafür

  • Mit Abstand der niedrigste Preis, unbegrenzt viele Buchhaltungen
  • Daten bleiben lokal – kein Cloud-Vertrauensproblem
  • Sehr schnelle Erfassung für geübte Anwender
  • Lange Marktpräsenz, gut dokumentiert

Spricht dagegen

  • Keine Lohnbuchhaltung
  • Kein echtes Mehrbenutzer-Arbeiten in Echtzeit
  • Backup und Datensicherheit liegen beim Anwender
  • Kein automatischer Bankabgleich im Sinn einer Cloud-Anbindung

bexio

bexio AG, Rapperswil SG · 2013 als easySYS gegründet · über 100 000 Unternehmen · Cloud

Der bekannteste Schweizer Cloud-Anbieter, entsprechend gross ist das Ökosystem aus Schnittstellen, Treuhändern und Erweiterungen. Vier Tarife im Jahresabo, exklusive MWST: Basic 35, Advanced 42, Optima 69, Ultimate 119 Franken pro Monat; bei monatlicher Zahlung kommen jeweils CHF 10 dazu. Enthalten sind ein, zwei, fünf beziehungsweise 25 Benutzer, weitere kosten je nach Tarif zwischen CHF 4.76 und CHF 21.

Die Lohnbuchhaltung ist im Basic-Tarif nicht verfügbar. Ab Advanced kostet sie CHF 7 für einen Mitarbeitenden und CHF 25 für fünf; im Ultimate-Tarif sind 25 Mitarbeitende enthalten. Über 60 Bankschnittstellen, pain.001 und camt.052/053/054 sind belegt; eine EBICS-Anbindung und eine direkte ESTV-Übermittlung weist bexio auf seinen öffentlichen Seiten nicht aus.

Spricht dafür

  • Grösstes Schnittstellen- und Partnernetz im Schweizer Cloud-Segment
  • Über 60 Bankanbindungen
  • Ausgereifte Bedienung, viel Dokumentation
  • Schweizer Rechenzentrum, 30 Tage Test

Spricht dagegen

  • Lohn im Einstiegstarif gar nicht verfügbar
  • Benutzer werden einzeln verrechnet – treibt den Preis in kleinen Teams (der Treuhandzugang zählt allerdings nicht dazu)
  • Kombination aus Tarifsprung und Lohnzuschlag macht den Endpreis schwer planbar
  • Monatliche Zahlung kostet pauschal CHF 10 Aufschlag

CashCtrl

CashCtrl AG, Münchenstein BL · seit 2012/2013 · kleines Team · Cloud

Ein schlanker, technisch eigenwilliger Anbieter mit einem bemerkenswerten Gratisangebot: CashCtrl FREE ist dauerhaft kostenlos für einen Benutzer und einen Mandanten – kein Testzeitraum, kein Buchungslimit. Darauf folgen PRO mit drei Benutzern und zwei Mandanten sowie FL4T zu CHF 3900 im Jahr. Alle Preise werden inklusive MWST ausgewiesen, was CashCtrl im direkten Vergleich günstiger macht, als die Zahl auf den ersten Blick wirkt.

Beim PRO-Tarif stossen wir an eine Grenze dieses Vergleichs: Die Preisseite lädt die Beträge erst im Browser nach und lieferte beim Abruf nur den Platzhalter «CHF N/A.—/Jahr». Wir tragen deshalb keine Zahl ein. Belegt sind der Import von camt.052/053/054 sowie MT940, eine im PRO-Tarif enthaltene Lohnbuchhaltung und der Betrieb ausschliesslich auf Schweizer Servern.

Spricht dafür

  • Dauerhaft kostenloser Vollzugang für Einzelanwender
  • Preise inklusive MWST, Betrieb nur auf Schweizer Servern
  • Breiter Bankdatei-Import inklusive MT940
  • Sehr flexibel konfigurierbar

Spricht dagegen

  • PRO-Preis war öffentlich nicht auslesbar – Preistransparenz mit Lücke
  • Kleines Team, entsprechend begrenzte Support-Kapazität
  • Weniger Treuhänder kennen die Software
  • Bedienkonzept gewöhnungsbedürftig

Infoniqa ONE Start (früher Sage Start)

Infoniqa Schweiz AG, Root D4 LU · Konzern seit 1988, Wels (AT) · 40 000 Kunden konzernweit · Cloud und On-Premise

Infoniqa hat das Schweizer Sage-Geschäft übernommen; wer nach Sage Start oder Sage 50 sucht, landet heute hier. Die Cloud-Linie ONE Start hat vier Pakete: Ready 42, Service 59, Trade 59 und All in One 92 Franken pro Monat, mit einem, drei, drei beziehungsweise zehn Mandanten. Der MWST-Status ist auf der Preisseite nicht ausgewiesen. Die Lohnbuchhaltung ist enthalten, mit einer Obergrenze von fünf, 25, 25 beziehungsweise 100 Mitarbeitenden – das ist im Feld eine der klarsten Regelungen. Die Funktionsseiten nennen eine elektronische MWST-Abrechnung, QR-Zahlteile und Bankabgleich; für ONE 50 wird zusätzlich eine EBICS-Anbindung und ein SuisseTax-Export erwähnt. Die Preise für ONE 50 sind nicht öffentlich.

Spricht dafür

  • Lohn ohne Zusatzkosten enthalten, mit transparenter Mitarbeitergrenze
  • Mehrere Mandanten schon im mittleren Paket
  • Cloud- und On-Premise-Variante aus einer Hand
  • Rechenzentrum Schweiz, 30 Tage Test

Spricht dagegen

  • Höherer Einstiegspreis als die meisten Cloud-Mitbewerber
  • MWST-Status der Preise nicht ausgewiesen
  • ONE 50 preislich intransparent
  • Markenwechsel von Sage sorgt weiter für Verwirrung bei Suche und Dokumentation

KLARA

ePost Service AG, Luzern · KLARA 2016 gegründet, seit 2020 mehrheitlich Schweizerische Post · über 50 000 KMU · Cloud

KLARA ist weniger eine Buchhaltung als eine Geschäftsplattform, in der die Buchhaltung ein Modul unter mehreren ist. Die Tarife: Business Basic, Plus und Premium zu 69, 99 und 159 Franken monatlich, im Jahresabo 55, 79 und 127 Franken, jeweils exklusive MWST. Basic erlaubt maximal drei Administratoren, Plus und Premium unbegrenzt viele Benutzer. Die Lohnbuchhaltung kostet CHF 4.90 pro Mitarbeitendem und Monat, mit einem Business-Paket CHF 3.90. Es gibt einen Bankabgleich mit über 50 Instituten, camt.053 und ein eigenes Treuhänder-Login; die Daten liegen in der Schweiz, der Betrieb ist nach ISO 27001 zertifiziert.

Spricht dafür

  • Unbegrenzte Benutzer ab dem Plus-Paket
  • Sehr breites Funktionsspektrum über die Buchhaltung hinaus
  • Rückhalt der Post, ISO 27001, Daten in der Schweiz
  • Etabliertes Treuhänder-Login

Spricht dagegen

  • Höchster Einstiegspreis im Vergleich
  • Lohn wird pro Kopf verrechnet und summiert sich schnell
  • Basic auf drei Administratoren begrenzt
  • Der Plattformumfang ist für reine Buchhaltungsbedürfnisse viel

MILKEE

MILKEE GmbH, Winterthur ZH · «780+» Kunden · Swiss Made Software · Cloud

Der kleinste kommerzielle Anbieter im Feld, dafür mit einem technisch bemerkenswerten Detail: MILKEE bietet eine EBICS-Anbindung – das tut in dieser Preisklasse sonst niemand. Zu den Konditionen widerspricht sich die Anbieterseite allerdings selbst: Sie schreibt einerseits, die Anbindung sei «in all unseren aktuellen Abos kostenlos inkludiert», andererseits könnten die Nutzer EBICS verwenden, «sofern sie das entsprechende Addon dazugebucht haben». Wir geben beides so wieder, wie es dort steht, und empfehlen, den Punkt vor dem Abschluss nachzufragen. Die Tarife bei jährlicher Zahlung: Basic 24.90, Business 34.90, Team 69.90 Franken pro Monat exklusive MWST, bei monatlicher Zahlung 29.90, 39.90 beziehungsweise 79.90, mit zwei, drei beziehungsweise fünf Benutzern. Die Lohnbuchhaltung fehlt im Basic-Tarif, kostet im Business-Tarif CHF 9 pro Mitarbeitendem und Monat und ist im Team-Tarif für fünf Mitarbeitende enthalten, jede weitere Person kostet auch dort CHF 9 – und sie ist Swissdec-zertifiziert. Wer fünf Angestellte abrechnet, fährt deshalb mit dem Team-Tarif zu 69.90 günstiger als mit Business plus fünf Zuschlägen. Mandantenfähigkeit und Treuhandzugriff sind in allen Abos dabei. Die Daten liegen laut Anbieter «primär in der Schweiz und in der EU».

Spricht dafür

  • EBICS-Anbindung – in dieser Preisklasse sonst nicht zu finden
  • Swissdec-zertifizierte Lohnbuchhaltung
  • Mandantenfähigkeit und Treuhandzugriff durchgehend enthalten
  • Günstiger Einstiegspreis

Spricht dagegen

  • Lohnzuschlag von CHF 9 pro Kopf ist der höchste im Vergleich – ab fünf Mitarbeitenden lohnt sich der Team-Tarif
  • Sehr kleiner Anbieter – Abhängigkeitsrisiko prüfen
  • Testphase mit 14 Tagen kürzer als bei den meisten
  • Datenhaltung nicht ausschliesslich in der Schweiz

Run my Accounts

Run my Accounts AG, Stäfa ZH · gegründet 2008 · seit Dezember 2021 Teil von Infoniqa · Software plus Dienstleistung

Run my Accounts verkauft nicht in erster Linie Software, sondern ausgelagerte Buchhaltung: Belege werden eingereicht und von einem Team verbucht. Die Software allein ist als Startup gratis und als KMU zu CHF 25 pro Monat plus CHF 10 je Benutzer erhältlich. Die Buchführung als Dienstleistung kostet je nach Paket eine Grundgebühr von 0, 35 oder 290 Franken plus 1.80, 1.40 oder 0.95 Franken pro Buchung; der Lohn kommt mit 15, 30 oder 150 Franken Grundgebühr plus 25, 22 oder 16 Franken pro Mitarbeitendem dazu. Alle Angaben exklusive MWST. Das Rechenzentrum steht in Bern, das Unternehmen ist ISO 9001 zertifiziert; die Datenschutzerklärung nennt daneben allerdings auch den EU/EWR-Raum, was wir als Widerspruch stehen lassen müssen.

Spricht dafür

  • Einziges Angebot, das die Arbeit ganz abnimmt statt nur Werkzeuge liefert
  • Gratis-Tarif für Startups
  • Nach Buchungsvolumen skalierend – planbar bei schwankender Tätigkeit
  • Rechenzentrum Bern, ISO 9001

Spricht dagegen

  • Preisstruktur mit Grundgebühr und Buchungspreis schwer zu vergleichen
  • Lohn als Dienstleistung deutlich teurer als jedes Softwaremodul
  • Weniger Kontrolle über die laufende Erfassung
  • Angaben zum Datenstandort nicht widerspruchsfrei

Zehn Kriterien, die bei der Auswahl wirklich zählen

Wer eine Software nach der Feature-Liste auswählt, wählt fast immer zu gross. Nützlicher ist es, die folgenden zehn Fragen für den eigenen Betrieb zu beantworten – die meisten Entscheide fallen dann von selbst.

1. Wie viele Angestellte haben Sie?

Das ist der grösste Kostentreiber überhaupt. Vier Modelle sind im Markt anzutreffen, und sie unterscheiden sich bei zehn Mitarbeitenden um mehr als das Doppelte:

Wie die Anbieter die Lohnbuchhaltung verrechnen Enthalten, ohne Limit kein Zuschlag pro Kopf Accounty Ein Preis, unabhängigvon der Zahl derMitarbeitenden. Enthalten, mit Limit Obergrenze je Paket Infoniqa ONE Start AbaNinja 5 bis 100 Mitarbeitendeje nach Paket; beiAbaNinja kontingentiert. Zuschlag pro Kopf skaliert mit dem Team bexio · KLARA · MILKEE Abacus · Run my Accounts Rund 3.90 bis 9.– proMitarbeitendem und Monat,teils erst ab höherem Abo. Nicht vorhanden externe Lösung nötig Banana Buchhaltung Löhne müssen separatgerechnet und alsBuchung erfasst werden. CashCtrl führt den Lohn ab dem PRO-Tarif, dessen Preis öffentlich nicht auslesbar war – eine Einordnung ist deshalb nicht möglich. MILKEE gehört in beide mittleren Spalten: im Business-Tarif CHF 9 pro Kopf, im Team-Tarif sind fünf Mitarbeitende enthalten. Swissdec-zertifiziert und öffentlich ausgewiesen: MILKEE. AbaNinja nennt ELM 5.0. Accounty ist nicht zertifiziert.
Einordnung auf Basis der veröffentlichten Produkt- und Preisseiten, abgerufen am 5. August 2026.

2. Wie viele Personen arbeiten in der Buchhaltung?

Bei bexio kostet jeder zusätzliche Benutzer Geld, bei KLARA erst ab dem Plus-Paket nicht mehr, bei Accounty sind die Benutzer unbegrenzt, und bei den Gratistarifen von AbaNinja und CashCtrl gilt eine feste Benutzerzahl. Der Treuhänder zählt dabei nicht überall mit: Bei bexio wird er über ein eigenes Treuhänder-Konto zum Mandanten eingeladen und belegt keine gekaufte Benutzerlizenz – wer das nicht weiss, rechnet den Preis zu hoch. Wie die übrigen Anbieter das handhaben, steht nicht durchgehend auf den Preisseiten; fragen Sie es vor dem Abschluss konkret nach. Zu zählen sind also die Personen, die im Betrieb selbst mit der Software arbeiten – Chef und Sachbearbeiterin sind zwei Zugänge, und der dritte kommt schneller, als man denkt.

3. Soll Ihr Treuhänder mitarbeiten?

Fast alle Anbieter kennen inzwischen einen Treuhandzugriff, aber die Bedingungen unterscheiden sich: KLARA und MILKEE haben ihn durchgehend, Abacus ist über AbaWeb sogar darauf ausgelegt, und die meisten Treuhandbüros arbeiten ohnehin nur mit zwei oder drei Systemen.

Ein Treuhandzugriff ist allerdings nicht dasselbe wie eine Umgebung, in der ein Treuhandbüro seine Arbeit organisieren kann. Accounty hat dafür ein eigenes Treuhänderportal: Mandate werden dort angelegt, mit Kontenplan und Lizenz aufgesetzt und per Mail eingeladen, Mitarbeitende bekommen Mandate zugewiesen, und die Pendenzen laufen über ein Kanban-Board mit Frist, Priorität, Kategorie und Bearbeiter. Dazu kommen eine Ampelübersicht über Buchhaltung, Belege, Bank, MWST und Lohn, ein Arbeitsstand je Mandat und Jahr über Quartale, Lohn und Jahresabschluss sowie automatisch berechnete MWST- und Steuerfristen.

4. Wie viele Mandanten brauchen Sie?

Wer eine Betriebs-AG und eine Immobiliengesellschaft führt oder einen Verein nebenher betreut, braucht mehrere Buchhaltungen. Banana erlaubt das unbegrenzt, Infoniqa ab drei Mandanten im mittleren Paket, CashCtrl zwei ab PRO, MILKEE ist in allen Abos mandantenfähig. Bei den anderen bedeutet ein zweiter Mandant meist ein zweites Abo.

5. Cloud oder Desktop?

Die Cloud gewinnt beim gemeinsamen Arbeiten, beim Backup und bei den Updates. Der Desktop gewinnt bei den Kosten und bei der Kontrolle über die eigenen Daten. Banana ist das einzige reine Desktop-Produkt in dieser Übersicht, Infoniqa bietet mit ONE 50 eine On-Premise-Variante – alle anderen sind Cloud-only.

6. Wie kommen die Bankdaten in die Buchhaltung?

Drei Wege sind üblich, und jeder Anbieter deckt sie unterschiedlich ab: Der Dateiweg mit camt.053 oder camt.054 zum Einlesen und pain.001 für Zahlungsaufträge funktioniert bei praktisch allen. Die direkte Bankanbindung über Schnittstellen der einzelnen Institute ist bei bexio mit über 60 Banken am breitesten. EBICS schliesslich ist der automatisierte Weg für höhere Volumen; belegt ist er bei Abacus, bei Infoniqa ONE 50 und – ungewöhnlich für die Preisklasse – bei MILKEE, wobei dort unklar bleibt, ob die Anbindung im Abo enthalten ist oder als Addon dazugehört. Accounty hat kein EBICS.

7. Wie reichen Sie die MWST ein?

Auch hier gibt es Abstufungen. Direkte elektronische Übermittlung an die ESTV aus der Software heraus bietet im Vergleich Abacus; Infoniqa spricht von einer elektronischen MWST-Abrechnung. Der verbreitetere Weg ist der XML-Export nach eCH-0217 und der manuelle Upload in SuisseTax – so lösen es unter anderem Banana und Accounty. Der Unterschied kostet vier Mal im Jahr je fünf Minuten; ob das relevant ist, entscheiden Sie.

8. Wo liegen Ihre Daten?

Das Schweizer Datenschutzgesetz verlangt keinen Serverstandort Schweiz – für Staaten des EWR ist ein angemessener Schutz anerkannt. Ein Schweizer Rechenzentrum ist trotzdem für viele ein Vertrauensargument, und es ist ein echtes Unterscheidungsmerkmal: bexio, Abacus, AbaNinja, CashCtrl, KLARA und Infoniqa hosten in der Schweiz, Run my Accounts in Bern, MILKEE primär in der Schweiz und in der EU, Accounty in Deutschland. Bei Banana liegen die Daten beim Anwender selbst.

9. Wie kommen Sie wieder heraus?

Die unbeliebteste Frage vor Vertragsabschluss und die wichtigste beim nächsten Wechsel. Prüfen Sie, ob sich Kontenplan, Journal, Adressen und offene Posten in einem lesbaren Format exportieren lassen, und wie lange die Kündigungsfrist ist. Ein Anbieter, der nur PDF ausgibt, hält Sie fest, ohne es zu sagen.

10. Was passiert nach dem Testmonat?

Die meisten Anbieter geben 30 Tage, MILKEE und Accounty 14. Das reicht für einen ersten Eindruck, nicht für einen Jahresabschluss. Nutzen Sie die Zeit gezielt: einen echten Monat nachbuchen, eine MWST-Abrechnung erstellen, einen Lohn rechnen, einen Bankauszug einlesen. Wenn diese vier Dinge sauber laufen, läuft der Rest meistens auch.

Der häufigste Fehler ist nicht die falsche Software, sondern die zu grosse. Ein Werkzeug, das drei Viertel seiner Funktionen nie zeigt, kostet jeden Tag Aufmerksamkeit – und jeden Monat Geld.

Wechsel: was Sie mitnehmen müssen

Ein Softwarewechsel scheitert selten an der neuen Software, sondern fast immer an unvollständigen Daten aus der alten. Diese Reihenfolge hat sich in der Praxis bewährt:

  1. Auf den Jahreswechsel legen. Mitten im Jahr zu wechseln bedeutet zwei Systeme, zwei Auswertungen und einen Vorjahresvergleich, der nicht funktioniert.
  2. Export beim alten Anbieter prüfen, bevor gekündigt wird. Was lässt sich als CSV oder XML ziehen – Kontenplan, Journal, Adressen, offene Debitoren und Kreditoren? Erst danach kündigen.
  3. Kontenplan aufräumen. Konten ohne Bewegung in den letzten zwei Jahren und mit Saldo null streichen. Ein Wechsel ist der einzige Moment, in dem das ohne Aufwand geht. Wie ein sauberer Kontenplan aufgebaut ist, steht im Beitrag Kontenplan für Schweizer KMU.
  4. MWST-Zuordnung kontrollieren. Nach dem Import zeigen die Konten oft die richtigen Salden, aber die falschen Steuercodes. Das fällt erst bei der ersten MWST-Abrechnung auf – dann ist es teuer.
  5. Eröffnungsbilanz und Vorjahreszahlen übernehmen, nicht nur die Salden. Sonst fehlt beim ersten Abschluss die Vergleichsspalte.
  6. Parallel laufen lassen. Einen Monat lang beide Systeme führen und die Salden abgleichen. Das kostet einen halben Tag und erspart im Zweifel eine Nachbuchung über ein Jahr.

Accounty bringt Importfilter für bexio, Banana und Infoniqa mit; Details dazu stehen im Vergleich zu bexio und im Vergleich zu Infoniqa. Für Treuhandbüros mit mehreren Mandaten gibt es eine eigene Staffel.


Häufige Fragen

Was kostet eine Buchhaltungssoftware in der Schweiz?

Die Spannweite ist gross. Dauerhaft kostenlose Einstiegsversionen gibt es bei AbaNinja (Starter), CashCtrl (FREE) und Banana (bis 70 Buchungszeilen). Bezahlte Cloud-Abos für ein Kleinunternehmen beginnen bei rund CHF 21 bis 35 pro Monat und reichen bis CHF 119 und mehr. Entscheidend ist weniger der Grundpreis als die Frage, was darin enthalten ist: Anzahl Benutzer, Anzahl Mandanten und vor allem die Lohnbuchhaltung, die bei mehreren Anbietern pro Mitarbeitendem zusätzlich verrechnet wird.

Welche Buchhaltungssoftware eignet sich für Einzelfirmen?

Für eine Einzelfirma ohne Angestellte genügt meist ein einfaches Paket mit Offerte, Rechnung mit QR-Zahlteil, Bankabgleich und MWST-Abrechnung. Kostenlose Varianten wie CashCtrl FREE oder AbaNinja Starter reichen oft aus, ebenso die Desktop-Lösung Banana. Sobald Angestellte dazukommen, wird die Lohnbuchhaltung zum wichtigsten Kostentreiber und die Rechnung sieht anders aus.

Muss die Buchhaltungssoftware auf einem Schweizer Server laufen?

Nein. Das Schweizer Datenschutzgesetz erlaubt die Bearbeitung von Personendaten im Ausland, wenn dort ein angemessener Schutz besteht; für Staaten des EWR ist das vom Bundesrat anerkannt. Ein Serverstandort in der Schweiz ist deshalb ein Komfort- und Vertrauensargument, keine gesetzliche Pflicht. Anbieter mit Schweizer Rechenzentren sind unter anderem bexio, Abacus, CashCtrl, KLARA und Infoniqa.

Was bedeutet Swissdec-Zertifizierung bei der Lohnbuchhaltung?

Swissdec ist der Schweizer Standard für den einheitlichen Lohnmeldeprozess (ELM). Eine zertifizierte Software kann die Jahresmeldungen an AHV, Unfall- und Krankentaggeldversicherer, Steuerverwaltungen und das Bundesamt für Statistik elektronisch aus einer Hand übermitteln. Ohne Zertifizierung müssen diese Meldungen über die Portale der einzelnen Stellen erfasst oder als Datei hochgeladen werden.

Wie wechsle ich die Buchhaltungssoftware ohne Datenverlust?

Am saubersten auf einen Jahreswechsel, damit die Vorjahresvergleiche intakt bleiben. Übernommen werden sollten Kontenplan mit MWST-Zuordnung, Adressen, offene Debitoren und Kreditoren, die Eröffnungsbilanz und idealerweise das Buchungsjournal des laufenden Jahres. Prüfen Sie vor der Kündigung, in welchem Format der bisherige Anbieter exportiert; ein CSV- oder XML-Export des Journals ist der wichtigste Punkt.

Brauche ich EBICS für die Bankanbindung?

Nicht zwingend. EBICS ist ein Standard für den automatisierten, direkten Datenaustausch mit der Bank. Die meisten KMU kommen mit dem Dateiweg aus: Zahlungsaufträge als pain.001 exportieren und im E-Banking hochladen, Kontoauszüge als camt.053 oder camt.054 einlesen. EBICS lohnt sich vor allem bei hohem Zahlungsvolumen oder wenn mehrere Personen Zahlungen freigeben müssen.

Gibt es Sage Schweiz noch?

Nicht als eigenständige Marke. Die Schweizer Sage-Website leitet auf Infoniqa weiter. Sage Start heisst heute Infoniqa ONE Start, Sage 50 heisst Infoniqa ONE 50. Bestehende Installationen laufen unter der neuen Marke weiter.


Quellen

Alle Preis- und Funktionsangaben stammen von den öffentlichen Produkt- und Preisseiten der jeweiligen Anbieter, abgerufen am 5. August 2026. Wir verlinken die Startseiten, da einzelne Unterseiten regelmässig umziehen:

Nicht verifizierbar und deshalb hier nicht beziffert: der PRO-Preis von CashCtrl (Preisseite lädt die Beträge erst im Browser nach), die Preise für Abacus-ERP-Module und für Infoniqa ONE 50 (nur über Partner), der Preiskonfigurator von KLARA sowie der MWST-Status der Preisangaben von Abacus und Infoniqa.


Weiterlesen: Kontenplan für Schweizer KMU · MWST-Abrechnung Schritt für Schritt · Jahresabschluss-Checkliste · Alle Software-Vergleiche

Alle Angaben zu Drittanbietern beruhen auf öffentlich verfügbaren Informationen mit Stand 5. August 2026 und erfolgen ohne Gewähr auf Vollständigkeit oder Aktualität. Preise, Tarifstufen und Funktionsumfänge können sich jederzeit ändern; massgebend ist stets die aktuelle Publikation des jeweiligen Anbieters. Accounty ist ein Produkt der SEBONA Treuhand Böhner – wir sind in diesem Vergleich Partei und haben das oben offengelegt. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung. Erkennen Sie einen Fehler? Schreiben Sie uns an info@accounty.ch, wir korrigieren ihn.

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